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Vorwort „... Auf diese Weise kam es zustande, daß in zunehmendem Maße Besucher deutscher und ausländischer Provenienz aus der ganzen Welt uns besuchten und Baader wirklich zum Weltexperten für Berufskrankheiten geworden war. Die von Baader ins Leben gerufenen internationalen Fortbildungskurse für Berufskrankheiten in den dreißiger Jahren in Berlin brachten ständig neue ausländische Besucher aus aller Welt ins Institut. Die von Baader geführten Gästebücher geben davon ein beeindruckendes Zeugnis. Einer der frühesten Schüler von Baader wurde der nachmalige Professor Holstein, der nach dem Kriege die arbeitsmedizinische Forschung in der DDR formte und richtungweisend beeinflusste. Auch wiederholt arbeiteten Ausländer längere Zeit bei uns, um nur als Beispiel zu nennen, der langjährige Präsident der Permanenten Internationalen Kommission für Arbeitsmedizin, nämlich Enrico Vigliani aus Mailand oder Spanier Juan Dantin Galego aus Madrid; beide waren 1 Jahr lang meine Arbeitsplatzgenossen in Berlin. Immer wieder kamen Gäste aus aller Welt, aus Island, Ägypten, Indien, Japan, Südamerika, Schweden, Frankreich, Südafrika, Südosteuropa usw. Oft haben wir uns diesen Gästen persönlich gewidmet und das internationale Flair seines Instituts unterstützen helfen und interessante Kontakte gehabt. 1935 hatten wir den Besuch des Neubegründers der Arbeitsmedizin, den Professor Devoto aus Pavia bzw. aus Mailand, damals ein kultivierter alter Herr, der nach beendetem Rundgang durch das Krankenhaus und Institut uns versammelten Assistenten in langsamen aber korrektem Deutsch zurief: ‚Hier können Sie viel lernen’. Ich hatte die Ehre an der Enthüllungsfeier einer Erinnerungstafel für die 1. Vorlesung in Arbeitsmedizin durch Devoto vor 60 Jahren in Pavia als Gast und deutscher Vertreter anwesend sein zu dürfen. So war es kein Wunder, daß Baader jahrzehntelang auch in verschiedene Länder eingeladen war und Weltreisen unternahm, von denen er in seiner gestochen sauberen Handschrift Hunderte von Briefen geschickt hat, die ich zum Teil auch persönlich habe lesen können und die offensichtlich als Grundlage eines biographischen Berichts in Aussicht genommen waren, aber durch seinen plötzlichen vorzeitigen Tod nicht mehr zustande kam. [1]
Die nach Ende des 2. Weltkrieges bis zu Baaders Tod im Jahre 1962 von Baader verfassten Briefe haben sich im Privatbesitz erhalten. Empfänger dieser Briefe war Baaders Ehefrau und Vertraute, Ilse. Diese übertrug die Briefe z. T. in Maschinenschrift, z. T. sind die Briefe auch von Baader selbst nochmals in Hinblick auf eine spätere Verwendung gesondert markiert worden. Es ist beabsichtigt, diese Briefe, die ein eindrückliches Zeugnis von der Reisetätigkeit Baaders und seinen arbeitsmedizinischen Eindrücken ablegen, in edierter Form chronologisch auf der Homepage zu veröffentlichen. [1] H. J. Symanski, E. W. Baader und seine Zeit – persönliche Erinnerungen. Beiträge zur Geschichte der Arbeitsmedizin in Berlin, in: Bericht über die 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin e.V. gemeinsam veranstaltet mit: Verband Deutscher Betriebs- und Werkärzte e.V. – Berufsverband deutscher Arbeitsmediziner – in Verbindung mit dem Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften e.V., Stuttgart 1981, S. 489-494 (491 f.). |
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